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Aktionen des Ortskuratoriums Stuttgart

Reformation vor Ort

"Reformation vor Ort" oder "Wie Esslingen evangelisch wurde", war das Motto unserer Stadtfürhung am 10. März 2017. Der ehemalige Stadtpfarrer, Herr Peter Schaal-Ahlers empfing uns am Protal von St. Dionys und führte kurz in das Thema ein. Dann stiegen wir in die Krypta hinunter und sahen uns die Spuen der Vorgängerbauten an. Anhand eines Steinsagrophages erklärte uns Herr Schaal-Ahlers die Funktion des Ablasses im Mittelalter sowie das Kirchenverständnis der katholischen und evangelischen Kirche. Im Kirchenraum selbst zeigte er uns den Hochaltar, der erst nach dem Bildersturm in die Kirche kam und ein dezidiert evangelisches Bekenntnis zum Bild ist. Ein weiteres Zeugnis der "neuen" Konfession ist der Grabstein des Matthias Herwart. In der Grabinschrift bekennt Herwart "allein" durch Christus selig zu werden und knüpft damit an Luthers "solus Christus" an.


Danach sahen wir uns die Reste des Augustiner Eremitenklosters an - hier hat Michael Stifel die erste evangelische Predigt in der Stadt gehalten. Die Führung endete an der Franziskanerkirche, wo die letzten Mönche und Nonnen noch bis zum Ende des 16. Jahrhunderts lebten. 


Ein spannender Rundgang auf dem wir viel Neues erfahren haben - nochmals vielen Dank!

Die Bundesfestung in Rastatt

Ein ganz besonderes Denkmal, das eng mit Erinnerung mit der Badischen Revolution 1849 verknüpft ist, ist die Bundesfestung in Rastatt.Sie wurde vom Festungsbaudirektor Georg Eberle in der Zeit von 1842 bis 1852 errichtet. Dabei orientierte er sich am Vaubanschen System, nachdem sich die Bauten dem natürlichen Geländeverlauf anpassen. Die Festung bestand aus drei eigenständig zu verteidigenden Teilen, Fort A Leopoldsfeste, Fort B Ludwigsfeste und Fort C Friedrichsfeste. Im Kriegsfall hätten hier bis zu 30.000 Mann aufgenommen werden können.

Eine politische und militärische Bedeutung erlangte sie 1849 während der Badischen Revolution, in deren Verlauf badisches Militär der Festungsgarnison meuterte und sich gemeinsam mit der Bürgerwehr der demokratisch gewählten Regierung unterstellte.
Die Festung wurde 1890 aufegeben. Das ehemalige Festungsbauwerk Cavalier I ist Bestandteil des besonders stark befestigten Abschnitts der Leopoldsfeste.

Der Bereich Leopoldsfeste befindet sich zur Zeit noch im Besitz der Wohnpark Weisenburger GmbH Rastatt, die das umgebende Gelände in ein Neubaugebiet umgewandelt hat. Fürdie Sicherung der Anlage hat die Weisenburger GmbH am 23. Februar 2017 einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz erhalten in Höhe von Euro 65.000,--, in dem auch Mittel der GlücksSpirale eingesetzt sind.

Darüber erfreut waren insbesondere die Mitglieder des Historischen Vereins Rastatt. Sie wollen nach Fertigstellung Führungen anbieten und an die Bedeutung dieses Ortes erinnern.
Von dem Weg von der Monarchie zur demokratischen Grundordnung nannte die Volkskundlerin Irmgard Stamm vom Historischen Verein die Bundesfestung in einem Atemzug mit dem Hambacher Schloss und der Frankfurter Paulskirche.

Der Blaue Turm in Bad Wimpfen

Schon von Weitem ist er sichtbar: der Blaue Turm von Bad Wimpfen. Der romanische Turm ist einer der drei Bergfriede der ehemaligen Königspfalz, die nach der Mitte des 12. Jahrhunderts entstand und in Teilen heute noch erhalten ist. Seinen Namen verdankt er dem blauen Schiefer, mit dem der Turm gedeckt wurde. Der Platz um den Turm wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts um etwa drei Meter abgetragen.

Nach einem Brand 1848 erhielt der Turm 1851/52 seine heutige Gestalt. Das freigelegte Fundament wurde mit Muschelkalksteinen verkleidet und erhielt einen ebenerdigen Eingang. Außerdem wurden neogotische Ecktürmchen, ein Spitzbogenfries sowie ein Turmhelm aufgesetzt. Besonders bemerkenswert ist, dass seit dem späten Mittelalter ununterbrochen ein Türmer auf dem Turm wohnt. Zur Zeit ist es die einzige Tümerin Deutschlands, Frau Blanca Knodel.

Seit der letzten Gesamtsanierung Mitte der 1980er Jahre sind wieder zahlreiche vertikale Mauerrisse aufgetreten. Man versuchte diese mit Eisenbändern zu beheben, doch diese Maßnahme erzielte ihr Ziel nicht zufriedenstellend.

Umso größer war die Vergnügen als der Bürgermeister Claus Brechter nach 2015 den zweiten Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Empfang nehmen durfte. Mit dem Betrag über 200.000 Euro, den die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie die GlücksSpirale, die Rentenlotterie von Lotto, zur Verfügung stellte, wird die Sanierung des Mauerwerks unterstützt.

Das Patrizierhaus in Schwäbisch-Gmünd

Das Patrizierhaus in der Imhofstrasse 9 ist wohl das älteste Haus der Stadt Schwäbisch Gmünd und befindet sich am südöstlichen Rand der Altstadt. Es hat eine hoch interessante Geschichte mit der sich zu beschäftigen lohnt: Es wurde bereits 1288 errichtet und wurde bis zur Vertreibung der jüdischen Bevölkerung um 1500 als Synagoge genutzt. Dies belegt der Brief des Franziskanermönches Felician Schwab, der im Staatsarchiv Luzern aufbewahrt wird. Schwab war von 1645 bis 1653 in Schwäbisch Gmünd und hatte in einem Brief an seinen Vorgesetzten mitgeteilt, dass er aufgrund des Zustandes des Franziskanerklosters einen Tag im Haus der jüdischen Synagoge zugebracht hätte. Später war es das Wohnhaus reicher Bürger.

Robert Dinser von der Stiftung Heiligenbruck in Schwäbisch Gmünd hat dieses Gebäude 2014 erworben und wollte  eigentlich nur ein altes Gebäude vor dem Verfall bewahren. Geborgen hat er einen architekturhistorisch bedeutsamen Schatz, ein auch als Synagoge genutztes Bürgerhaus aus dem Mittelalter. Die Rettung dieses Kleinods ist europaweit einzigartig, handelt es sich doch um ein qualitätsvolles, ortsbildprägendes Baudenkmal von überregionaler Bedeutung.

Die Freude war groß bei Robert Dinser, als er am 19. Februar einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Empfang nehmen konnte. Der Betrag von 150.000,-- Euro sind für die statische Sicherung des Gebäudes im Rahmen des ersten Bauabschnitts vorgesehen. Die Mittel wurden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und aus Erträgen der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto bereitgestellt.

Die Sanierungsmaßnahmen sollen bis zur Remstalgartenschau 2019 fertiggestellt sein. Das Gebäude Imhofstrasse 9 soll bei der Remstalgartenschau im besonderen Blickpunkt stehen und auch die Bedeutung der Stadtgeschichte von Schwäbisch Gmünd unterstreichen.

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